Zusammenfassung

Das Wichtigste in Kürze

• 80–90 % der Arbeitszeit auf Baustellen – eine App ohne Offline-Betrieb fällt dort täglich aus.
• Seit dem BAG-Urteil vom 13.09.2022 (Az. 1 ABR 22/21) sind alle Betriebe zur Arbeitszeiterfassung verpflichtet.
• Die vier häufigsten Fehler: kein Offline-Modus, Test nur im Büro, fehlende Auftragszuordnung, zu viele Funktionen auf einmal.

 

Warum mobile Zeiterfassung im Handwerk anders ist

Die meisten Zeiterfassungs-Apps entstanden für Bürojobs: fester Schreibtisch, stabiles WLAN, PC. Handwerksbetriebe arbeiten unter anderen Bedingungen.

Alltag im Handwerk

Folge für die Zeiterfassung

80–90% der Arbeitszeit auf Baustellen (EP, 2023)

App muss offline funktionieren

Wechselnde Baustellen, kein fester Arbeitsort

Auftragszuordnung direkt vor Ort nötig

Mitarbeitende ohne Büroerfahrung

Bedienung in unter zwei Minuten erlernbar

Fahrt direkt von zuhause zur Baustelle

Fahrzeiten müssen separat erfasst werden

Kein Betriebsrat in Kleinstbetrieben

GPS-Nutzung unkompliziert einführbar

Stundenzettel auf Papier scheitern täglich: Zettel gehen verloren, das Team trägt Stunden abends aus dem Gedächtnis ein, Übertragungsfehler häufen sich. Am Ende des Monats fehlen Stunden in der Rechnung – nicht weil weniger gearbeitet wurde, sondern weil die Erfassung zu spät und zu ungenau war.

 

Jagst du noch Stundenzetteln hinterher?

 

Was eine mobile Zeiterfassungs-App können muss

Hier sind die sieben Funktionen, die auf der Baustelle den Unterschied machen:

Funktion

Warum entscheidend

Offline-Betrieb

Baustellen haben oft keinen Empfang. Die App speichert Stunden lokal und synchronisiert, sobald Verbindung besteht.

Ein-Tipp-Erfassung

Start und Stopp per Smartphone, ohne Anleitung. Der Geselle hat keine Zeit für Menüs.

Auftragszuordnung direkt vor Ort

Stunden landen auf dem richtigen Projekt – das Büro sortiert nichts mehr nach.

GPS-Erkennung (optional)

Die App erkennt, wann Mitarbeitende die Baustelle betreten, und startet die Zeiterfassung automatisch.

Fahrzeiterfassung

Fahrten zwischen Baustellen sind Arbeitszeit. Die App ordnet sie dem richtigen Auftrag zu.

Sprach- oder Tablet-Eingabe

Materialien und Zeiten per Sprachbefehl – wenn die Hände voll sind.

Echtzeit-Auswertung für die Zentrale

Du siehst sofort, wer auf welcher Baustelle arbeitet. Die Monatsauswertung fließt direkt in die Lohnabrechnung.

Felix Drawer, Monteur im Bereich Sanitär, Heizung und Klimatechnik bei Betz Technik: „Ist der Auftrag erledigt, müssen wir keine Stundenzettel mehr schreiben, sondern erfassen die Arbeitszeiten und verwendeten Materialien digital über das Tablet. Das funktioniert ganz einfach über Spracheingabe." (Quelle: Elektropraktiker, 2025)

Nach der Einführung der mobilen Apps bei Betz Technik sind Papierprozesse nahezu vollständig weggefallen. Stunden landen direkt in der Abrechnung – kein nochmaliges Abtippen.

 

Die drei Pflicht-Funktionen auf jeder Baustelle:

  • Offline-Betrieb: Stunden lokal speichern, automatisch synchronisieren sobald Netz da ist
  • Ein-Tipp-Erfassung: Start und Stopp per Smartphone – ohne Anleitung, ohne Menü
  • Auftragszuordnung direkt vor Ort: Stunden landen auf dem richtigen Projekt, das Büro sortiert nichts mehr nach

 

Zeiterfassung per Smartphone: Offline, GPS, Spracheingabe

Offline ist Pflicht, kein Bonus

Eine App, die ohne Internet nicht läuft, fällt auf der Baustelle regelmäßig aus. Kellerwohnungen, Neubaugebiete ohne Netz, ländliche Baustellen – Empfangslöcher sind im Handwerk Alltag, keine Ausnahme.

Die App speichert Stunden lokal auf dem Smartphone. Sobald wieder eine Verbindung besteht, synchronisiert sie automatisch. Das Team merkt nichts davon – die Daten sind trotzdem vollständig.

GPS: Automatisch einstempeln

GPS macht das manuelle Starten und Stoppen überflüssig. Die App erkennt, wenn ein Mitarbeitender das Baustellengelände betritt, und startet die Zeiterfassung automatisch. Das klingt nach einem Detail – spart aber täglich vergessene Einstempelungen und Diskussionen am Monatsende.

Was rechtlich gilt: GPS zur Zeiterfassung ist erlaubt, wenn Mitarbeitende informiert sind (DSGVO, Art. 13) und der Betrieb die Daten nur für die Arbeitszeitdokumentation nutzt. Kontinuierliche Standortüberwachung außerhalb der Arbeitszeit ist nicht erlaubt. Für Betriebe ohne Betriebsrat lässt sich GPS-Zeiterfassung unkompliziert einführen, solange der Betrieb keine Dauerüberwachung einrichtet.

Kevin Gräve, Meister bei HC Elektro GmbH, Bendorf am Rhein: „Stundenzettel kennt hier niemand mehr." (Quelle: Elektropraktiker, 2024)

Spracheingabe: Wenn die Hände voll sind

Der Monteur trägt Kabel. Tippen geht nicht. Per Spracheingabe erfasst er Materialien und Stunden – die App überträgt sie ins richtige Feld. Felix Drawer von Betz Technik bestätigt den Effekt: „Dafür müssen wir noch nicht mal etwas händisch schreiben, das funktioniert ganz einfach über Spracheingabe. Sind Material und Zeiten einmal erfasst, lassen wir uns die Auftragsabwicklung vom Kunden auf dem Tablet gegenzeichnen." (Elektropraktiker, 2025)

Fahrzeiten: Was mobil erfasst werden muss

Ob Fahrzeiten als Arbeitszeit zählen, fragen viele Handwerksbetriebe. Die Antwort ist klar:

Situation

Zählt als Arbeitszeit?

Fahrt von der Firma zur Baustelle

Ja

Fahrt von Baustelle zu Baustelle

Ja

Fahrt von zuhause zur Baustelle (kein fester Betriebssitz als erster Anlaufpunkt)

Ja [VERIFY: EuGH C-266/14 Tyco, Sep. 2015]

Fahrt von zuhause zum Betrieb (normaler Arbeitsweg)

Nein

Eine App, die Fahrzeiten separat erfasst und dem richtigen Auftrag zuordnet, schützt den Betrieb im Streitfall. Und sie verhindert, dass fakturierbare Stunden einfach verschwinden.

 

Jede Stunde erfasst. Auch die, die du sonst vergisst.

Nicht erfasst heißt nicht abgerechnet. Meisterwerk erfasst Arbeitszeiten dort, wo sie entstehen — auf der Baustelle, im Büro, auch im Keller ohne Netz.

  • Ein- und Ausstempeln auf Smartphone oder Tablet — minutengenau
  • Fakturierbare Zeiten direkt dem Auftrag zuordnen
  • Pausen, Nachtschichten, Anfahrt — alles in einem Block
  • Urlaub, Krankheit und Überstunden rechnet Meisterwerk automatisch mit
  • Standort-Erfassung beim Stempeln (optional)
  • Export als Excel oder CSV — fertig fürs Lohnbüro

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Was seit 2022 rechtlich gilt

Das Bundesarbeitsgericht hat im September 2022 entschieden: Arbeitgeber in Deutschland erfassen die Arbeitszeiten ihrer Mitarbeitenden. [VERIFY: BAG, Az. 1 ABR 22/21, 13.09.2022] Das gilt für jeden Betrieb – unabhängig von der Größe.

Bereits 2019 stellte der Europäische Gerichtshof das europaweit fest. [VERIFY: EuGH, C-55/18, 14.05.2019] § 16 Abs. 2 Arbeitszeitgesetz (ArbZG) schreibt zusätzlich vor: Arbeitszeiten über acht Stunden täglich dokumentiert der Betrieb schriftlich.

Was das für Handwerksbetriebe bedeutet:

  1. Papierzettel erfüllen die Pflicht formal – im Streitfall sind sie schwer nachweisbar.
  2. Eine digitale App gilt als gleichwertig und liefert ein revisionssicheres Protokoll.
  3. Betriebe ohne Betriebsrat führen eine App ohne Mitbestimmungsverfahren ein, solange sie keine Dauerüberwachung einrichten.

Wer noch keine Zeiterfassung führt, ist rechtlich angreifbar. Eine mobile App schützt besser als Papier – und ist im Streitfall sofort abrufbar.

Häufige Fehler bei der App-Auswahl

Viele Betriebe scheitern nicht an der Technologie, sondern an der falschen Wahl:

Fehler 1: App ohne Offline-Betrieb kaufen Die App sieht gut aus – bis zur ersten Baustelle ohne Empfang. Dann fällt sie aus. Offline-Betrieb ist Grundanforderung, kein Bonus. Vor dem Kauf explizit nachfragen.

Fehler 2: App nur im Büro testen Wer die App am PC testet, merkt nicht, ob sie auf dem Smartphone in der Arbeitsjacke taugt. Testphase immer mit dem Team auf der Baustelle durchführen.

Fehler 3: Keine Auftragszuordnung Stunden erfassen reicht nicht. Ohne direkte Zuordnung zum Auftrag sortiert die Buchhaltung nachträglich – und verliert dabei genau die Zeit, die die App sparen sollte.

Fehler 4: Zu viele Funktionen auf einmal freischalten Wer das Team mit einem kompletten System überfordert, scheitert an der Einführung. Andreas Geiger, IT-Leiter der Noz Elektrotechnik GmbH: „Wir haben immer nur die Funktionen freigeschaltet, die mithilfe von Schulungen erlernt und umgestellt waren." (Quelle: Elektropraktiker, 2024) Das Ergebnis: reibungslose Umstellung bei über 90 Mitarbeitenden.

 

Checkliste App-Auswahl:

  • Offline-Betrieb explizit beim Anbieter nachfragen und testen
  • Testphase auf der Baustelle machen – nicht nur am PC
  • Auftragszuordnung vor Ort prüfen (nicht nur nachträglich im Büro)
  • Mit 2–3 Mitarbeitenden starten, nicht mit dem gesamten Team auf einmal

 

So nimmt das Team die App an

Die beste App nützt nichts, wenn das Team sie nicht nutzt. Drei Schritte haben sich bewährt:

  1. Chef testet eine Woche allein. Vor der Team-Einführung: Funktioniert die App auf deiner Baustelle? Welche Fragen kommen auf?
  2. Demo statt Schulung. Das Team sieht, wie Einstempeln geht – in unter zwei Minuten. Kein Handbuch, keine Präsentation.
  3. Erste vier Wochen: Offene Tür. Wer Fragen hat, bekommt sofort eine Antwort. Probleme nicht auf Eis legen.

Tim Kaiser, kaufmännischer Geschäftsführer bei Betz Technik: „Nicht nur die mobilen Apps haben wir im Entscheidungsprozess sehr positiv bewertet – bei PDS hatten wir stets das Gefühl, dass die Software permanent im Sinne der Kundschaft weiterentwickelt wird." (Quelle: Elektropraktiker, 2025)

Fazit

Eine Zeiterfassungs-App für Handwerksbetriebe steht und fällt mit ihrer Mobiltauglichkeit. Offline-Betrieb, GPS-Erkennung und Auftragszuordnung direkt vor Ort sind keine Extras – sie sind die Mindestanforderung. Wer das sicherstellt, erfasst Stunden vollständig, rechnet korrekt ab und schützt den Betrieb rechtlich. Die Einführung klappt, wenn das Team von Beginn an dabei ist und die App einfach genug ist, dass niemand sie erklären muss.

 

Jede Stunde erfasst. Auch die, die du sonst vergisst.

Nicht erfasst heißt nicht abgerechnet. Meisterwerk erfasst Arbeitszeiten dort, wo sie entstehen — auf der Baustelle, im Büro, auch im Keller ohne Netz. Urlaub, Krankheit und Überstunden rechnet das System automatisch mit.

Meisterwerk_Zeiterfassung

 

Häufige Fragen zur mobilen Zeiterfassung im Handwerk

Welche Zeiterfassungs-App funktioniert auf der Baustelle ohne Internet?

Du brauchst eine App mit echtem Offline-Betrieb: Stunden werden lokal auf dem Smartphone gespeichert und automatisch synchronisiert, sobald wieder eine Verbindung besteht. Nicht jede App bietet das – vor dem Kauf explizit nachfragen und in einem Empfangsloch testen.

Was muss eine mobile Zeiterfassungs-App für Handwerker können?

Sieben Funktionen machen den Unterschied: Offline-Betrieb, Ein-Tipp-Erfassung per Smartphone, direkte Auftragszuordnung vor Ort, GPS-Erkennung, Fahrzeiterfassung, Sprach- oder Tablet-Eingabe und Echtzeit-Auswertung für die Zentrale. Ohne Offline-Betrieb fällt alles andere auf der Baustelle weg.

Bin ich als Handwerksbetrieb zur Zeiterfassung verpflichtet?

Ja. Das Bundesarbeitsgericht entschied am 13. September 2022 (Az. 1 ABR 22/21): Arbeitgeber müssen Arbeitszeiten erfassen – unabhängig von der Betriebsgröße. Das gilt für jeden Handwerksbetrieb, auch ohne Betriebsrat.

Ist GPS-Zeiterfassung im Handwerk erlaubt?

Ja. GPS zur Zeiterfassung ist erlaubt, wenn Mitarbeitende informiert sind (DSGVO, Art. 13) und der Betrieb die Daten nur für die Arbeitszeitdokumentation nutzt. Kontinuierliche Standortüberwachung außerhalb der Arbeitszeit ist nicht erlaubt.

Wie führe ich eine Zeiterfassungs-App im Team ein?

Drei Schritte haben sich bewährt: Chef testet die App eine Woche allein auf der Baustelle. Dann Demo für das Team in unter zwei Minuten – kein Handbuch, keine Präsentation. In den ersten vier Wochen Fragen sofort beantworten, nicht vertrösten.


Quellen: - Müller, G. (2023): Wie profitiert das Handwerk von Cloudsoftware? In: Elektropraktiker, Jg. 77, H. 7, S. 564–565. - Müller, N. (2024): Von Anfang an papierlos arbeiten. In: Elektropraktiker, Jg. 78, H. 1, S. 79. - Weirich, N. (2024): Wie eine ERP-Software Prozesse vereinfacht. In: Elektropraktiker, Jg. 78, H. 8, S. 50. - (2025): Erfolgsfaktor ERP-Software – Wie Betz Technik durch Digitalisierung Zeit und Aufwand spart. In: Elektropraktiker, Jg. 79, H. 5, S. 52–53. - BAG, Urteil 13.09.2022, Az. 1 ABR 22/21 [VERIFY vor Publish] - EuGH, Urteil 14.05.2019, C-55/18 (CCOO / Deutsche Bank) [VERIFY vor Publish] - EuGH, Urteil 10.09.2015, C-266/14 (Tyco – Fahrzeit) [VERIFY vor Publish]

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