Wenn die Aufträge nur so hereinprasseln und gute Fachkräfte Mangelware sind, dann ist die Gefahr groß, dass man sich selbst und seinem Team zu viel aufbürdet. Doch langfristig führen Überlastung und Stress nicht zu mehr Produktivität, sondern bewirken das Gegenteil. Ausserdem motiviert das die Mitarbeitenden sich nach einem anderen Betrieb umzuschauen.

 

Zusammenfassung

Das Wichtigste in Kürze

  • Work-Life-Balance ist im Handwerk längst Pflicht. Wer nur Überstunden bietet, verliert Fachkräfte.
  • Planbare Arbeitszeiten, echte Feierabende und planbare Urlaube sind die stärksten Hebel.
  • Digitale Planung entlastet Chef und Team. Weniger Rückfragen nach Feierabend, mehr Struktur im Alltag.

 

Im 19.Jahrhundert, als die Menschen noch wenig Wahlmöglichkeiten hatten, war es üblich, dass die ArbeiterInnen 14-16 Stunden am Tag und sechs Tage die Woche schufteten.In den 1920-ger Jahren machte dann Henry Ford den Rhythmus 8-8-8 populär: Acht Stunden Arbeit, acht Stunden Freizeit und acht Stunden Schlaf. Nun heißt das nicht, dass du als Betriebsleiter, Geschäftsführerin oder Vorarbeiter dafür sorgen musst, dass dein Team genau in diesem Modus funktioniert. Allerdings kannst du die Weichen dafür stellen, dass deine Belegschaft eine gute Balance zwischen Arbeit und Freizeit findet.

Hier sind fünf Tipps zur Work-Life-Balance im Betrieb:

1. Respektiere Grenzen

Ruf nicht mehr nach Feierabend an und mach allen klar, dass es ok ist, außerhalb der ArbeitszeitenE-Mails und Telefon abzuschalten.

2. Ausgewogene Arbeitszeiten

Übertreib es nicht mit Überstunden und gönn deinem Team regelmäßige Pausen und einen frühen Feierabend am Freitag.

3. Flexibles Arbeiten

Ermögliche kurzfristige Absenzen wie zum Beispiel wenn die Kinder krank sind oder längereAuszeiten wie bei der Geburt oder einer großen Reise.

4. Frag aktiv nach Feedback

Und reagiere darauf!

5. Sei selbst Vorbild

Mitarbeitende orientieren sich oft an ihren Chefinnen und Chefs. Deshalb geh mit gutem Beispiel voran und lebe vor, wie eine ausgewogene Work-Life-Balance funktioniert.

Hier noch ein paar Ratschläge zur Work-Life-Balance als Vorgesetze*r:

  1. Prüfe wie viel du gerade arbeitest und wieviel Freizeit du dir gönnst.
  2. Entweder Arbeit oder Vergnügen: Ziehe klare Grenzen und sei zu 100% bei dem, was du gerade machst.
  3. Hol dir Hilfe, wenn es zu viel wird.

 

FAQ

Warum ist Work-Life-Balance auch im Handwerk wichtig?

Dauerhafte Überlastung führt nicht zu mehr Leistung, sondern zu Krankheitsausfällen, Fehlern und Kündigungen. Gerade wenn Fachkräfte knapp sind, bindest du dein Team am ehesten durch gesunde Arbeitszeiten und klare Grenzen.

Wie erkenne ich, dass mein Team überlastet ist?

Achte auf häufigere Krankmeldungen, gereizten Umgangston, sinkende Sorgfalt und Überstunden-Häufung. Frag direkt nach — viele Mitarbeitende sprechen Überlastung nicht von sich aus an.

Was kann ich als Chef konkret für die Work-Life-Balance tun?

Respektiere Feierabend und Urlaub — keine Anrufe oder E-Mails nach Feierabend. Ermögliche flexible Arbeitszeiten bei Krankheit der Kinder oder anderen privaten Situationen. Und geh mit gutem Beispiel voran: Dein Verhalten gibt den Takt vor.

Wie viele Stunden pro Woche gelten als gesund?

Die 40-Stunden-Woche gilt seit den 1920ern als Standard. Regelmäßige Überstunden über 48 Stunden pro Woche erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich. Plane Überstunden daher als Ausnahme, nicht als Regel.

Eva-Maria Morton de Lachapelle |

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