Der eine Kunde schwört, sein Haus sei von elektrischen Geistern besessen. Die andere hat die wackelige Steckdose mit Panzertape „gesichert“. Und der Dritte meint, das Knistern in der Leitung sei „ganz normal“. Als Elektrofachkraft kennst du diese und andere Geschichten nur zu gut. Höchste Zeit also für einen strukturierten E-Check! 

Inhaltsverzeichnis:


Was ist der E-Check?

Der E-Check ist eine umfassende Prüfung elektrischer Anlagen und Geräte. Als standardisiertes Prüfverfahren hilft er dabei, die Sicherheit von Elektroinstallationen zu gewährleisten. Die Prüfung erfolgt nach der VDE-Vorschrift 0105-100 und weiteren relevanten Normen.

Warum ist der E-Check wichtig?

Die regelmäßige Überprüfung elektrischer Anlagen ist heute wichtiger denn je. Durch die steigende Anzahl elektronischer Geräte in Haushalten und Betrieben nehmen auch potenzielle Gefahrenquellen zu. Ein professionell durchgeführter E-Check gewährleistet nicht nur die Sicherheit von Menschen und Sachwerten, sondern ist oft auch Voraussetzung für den Versicherungsschutz. Defekte oder veraltete Anlagen können zudem wahre Energiefresser sein – hier hilft der E-Check, Einsparpotenziale aufzudecken. Nicht zuletzt trägt die regelmäßige Wartung zum Werterhalt der elektrischen Installation bei und verlängert deren Lebensdauer deutlich.

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Was wird beim E-Check geprüft?

Blog_ECheck (1) KopieDie Prüfung umfasst drei wesentliche Bereiche:

  1. Sichtprüfung:
  • Zustand von Leitungen und Anschlüssen
  • Befestigung von Schaltern und Steckdosen  
  • Kennzeichnungen und Beschriftungen
  1. Messtechnische Prüfung:
  • Isolationswiderstand der Leitungen
  • Schutzleiterwiderstand
  • Funktionsprüfung der FI-Schutzschalter
  • Überprüfung der Stromkreise
  1. Funktionsprüfung:
  • Test aller Schutzeinrichtungen
  • Kontrolle von Schaltern und Steckdosen
  • Überprüfung der Beleuchtungsanlagen

Wer darf den E-Check durchführen?

Die Durchführung des E-Checks ist ausschließlich qualifizierten Fachbetrieben vorbehalten, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen müssen. Grundlegend ist eine abgeschlossene Ausbildung als Elektrofachkraft sowie der Nachweis regelmäßiger Weiterbildungen. Zudem muss der Betrieb Mitglied einer Elektroinnung sein. Dies garantiert nicht nur fachliche Kompetenz, sondern auch die Einhaltung aktueller Normen und Standards. Die Prüfenden verfügen über spezielles Messequipment und die nötige Erfahrung, um potenzielle Gefahrenquellen zuverlässig zu erkennen. Durch ihre Innungsmitgliedschaft sind sie zudem berechtigt, das geschützte E-Check Siegel zu verwenden und die entsprechende Prüfplakette anzubringen.

Wie läuft der E-Check ab?

Jeder E-Check folgt einem klar strukturierten Ablauf, der höchste Qualität und Sicherheit gewährleistet. Zu Beginn verschafft sich die Elektrofachkraft einen Überblick über die Anlage und sichtet vorhandene Unterlagen wie Schaltpläne oder frühere Prüfprotokolle. Die eigentliche Prüfung startet mit einer gründlichen Sichtprüfung aller zugänglichen Komponenten. Dabei werden Kabelverbindungen, Schalter, Steckdosen und Verteilerkästen auf äußerliche Schäden oder Verschleißerscheinungen untersucht.

Im nächsten Schritt erfolgen die vorgeschriebenen messtechnischen Prüfungen. Mit speziellen Messgeräten werden unter anderem Isolationswiderstände, Schutzleiterverbindungen und die Funktionsfähigkeit von FI-Schutzschaltern getestet. Sämtliche Ergebnisse werden sorgfältig im Prüfprotokoll dokumentiert. Zum Abschluss erhält der Kunde eine ausführliche Beratung zu den Prüfergebnissen. Bei bestandener Prüfung wird die E-Check Plakette angebracht – ein sichtbares Zeichen für geprüfte Sicherheit. Gemeinsam wird auch gleich der nächste Prüftermin vereinbart, damit keine wichtige Frist verpasst wird.

Tipp: Bereite deine Kundschaft auf den E-Check vor!

Etwas Vorbereitung spart nicht nur wertvolle Zeit bei der Prüfung, sondern ermöglicht auch eine gründlichere Durchführung des E-Checks:

  • Alle elektrischen Anlagen und Geräte sollten gut zugänglich sein
  • Schlüssel für verschlossene Räume oder Verteilerkästen bereithalten
  • Vorhandene Dokumentationen wie alte Prüfprotokolle oder Schaltpläne griffbereit haben
  • Liste mit bekannten elektrischen Problemen oder Auffälligkeiten vorbereiten
  • Zeit einplanen: Je nach Größe des Objekts dauert die Prüfung mehrere Stunden
  • Mit kurzzeitigen Stromabschaltungen für Messungen rechnen
  • Bei gewerblichen Objekten: Mitarbeitende über die Prüfung informieren
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Was kostet der E-Check?

Die Kosten hängen von verschiedenen Faktoren ab:

  • Größe der Anlage
  • Anzahl der Stromkreise
  • Alter der Installation
  • Aufwand für Messungen

Für eine durchschnittliche Wohnung liegt der Preis zwischen 100 und 300 Euro. Gewerbeobjekte können je nach Größe mehrere hundert bis tausend Euro kosten.

Für wen ist der E-Check verpflichtend?

Gesetzlich vorgeschrieben ist der E-Check für:

  • Gewerbebetriebe (nach DGUV Vorschrift 3)
  • Öffentliche Einrichtungen
  • Vermietete Immobilien

Empfohlen wird er für:

  • Privathaushalte (alle 4 Jahre)
  • Altbauten
  • Gebäude nach Renovierung

Fazit: Sicherheit durch regelmäßige Prüfung

Der E-Check ist weit mehr als eine routinemäßige Kontrolle – er ist das Fundament für die elektrische Sicherheit in Gebäuden. In einer Zeit, in der wir immer stärker von elektrischen Geräten und Anlagen abhängig sind, gewinnt die regelmäßige Überprüfung zunehmend an Bedeutung. Die Statistik spricht eine deutliche Sprache: Etwa 30 Prozent aller Brände in Deutschland entstehen durch defekte Elektroinstallationen. Viele davon hätten durch einen rechtzeitigen E-Check verhindert werden können.

fasser-giftiger-abfalle-aus-einem-kernkraftwerk Kopie-1Für Elektrofachbetriebe bedeutet die Durchführung des E-Checks nicht nur eine wichtige Einnahmequelle, sondern auch die Chance, das Vertrauen ihrer Kundschaft zu stärken. Mit der Meisterwerk App wird diese verantwortungsvolle Aufgabe deutlich effizienter: Prüfprotokolle können digital erstellt und archiviert werden, Termine werden automatisch koordiniert und die Nachverfolgung von Mängeln wird übersichtlich dokumentiert. Das spart nicht nur wertvolle Zeit, sondern minimiert auch das Risiko, wichtige Prüffristen zu übersehen.

 

Besonders für kleine und mittlere Handwerksbetriebe zahlt sich die digitale Verwaltung der E-Check-Prüfungen aus. Von der Angebotserstellung über Terminplanung und Durchführung bis hin zur Rechnung – alle Arbeitsschritte lassen sich mit der Meisterwerk App systematisch organisieren. Das gibt Sicherheit im Arbeitsalltag und schafft Freiraum für das Wesentliche: die fachgerechte Prüfung und kompetente Beratung der Kundschaft.

 

Disclaimer: Die Informationen in diesem Artikel stellen keine Rechtsberatung dar. Die gesetzlichen Vorgaben können sich je nach Bundesland und Anwendungsfall unterscheiden.

 

 

FAQ

Wie lange ist die E-Check-Plakette gültig?

Die grüne E-Check-Plakette ist 4 Jahre gültig. Das ist die Standard-Frist für Privatwohnungen. Gewerbebetriebe unterliegen oft kürzeren Fristen – das regelt die DGUV Vorschrift 3 und kann je nach Tätigkeit 1-2 Jahre sein. Den nächsten Prüftermin vereinbarst du direkt nach bestandener Prüfung mit deinen Kunden.

Ist der E-Check das Gleiche wie eine Wartung?

Nein. Der E-Check ist eine standardisierte Prüfung nach VDE-Norm – Sichtprüfung, Messung, Funktionsprüfung. Die Wartung bedeutet, dass dein Kunde Material austauscht (z. B. Sicherungen). Beide sind sinnvoll, aber ein E-Check ist die Basis-Sicherheit.

Was passiert, wenn beim E-Check Mängel gefunden werden?

Du dokumentierst jeden Mangel im Prüfprotokoll – mit Schweregrad und Empfehlung. Kritische Mängel (Brand- oder Stromschlaggefahr) musst du dem Kunden sofort mitteilen. Der Kunde entscheidet dann, ob er die Mängel beheben lässt oder die betroffenen Stromkreise abschaltet. Das Prüfprotokoll ist sein Nachweis für Versicherung und Behörden.

Wer muss einen E-Check bezahlen – Vermieter oder Mieter?

Das hängt ab. Für vermietete Immobilien ist der Vermieter verpflichtet – das sind Erhaltungskosten. Bei Mängeln, die der Mieter verursacht hat (z. B. Eigenbau), kann der Mieter zur Kasse gebeten werden. Bei Privatwohnungen (Eigentümer) zahlt der Eigentümer. Klärt das im Angebot ab.

Darf jede Elektrofachkraft den E-Check durchführen?

Die Prüfung an sich darf jede Elektrofachkraft nach DGUV V3 durchführen. Aber nur Innungsmitglieder dürfen das Ergebnis „E-Check“ nennen und die grüne E-Check-Plakette anbringen. „E-Check“ ist eine geschützte Marke des ZVEH. Willst du die Plakette vergeben, brauchst du die Innungsmitgliedschaft.

Oliver Knoch |

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