Inhaltsverzeichnis

 

Zusammenfassung

Das Wichtigste in Kürze

  • Beim Factoring verkaufst Du offene Forderungen an einen Dienstleister und bekommst das Geld sofort.
  • Unterschied: Beim stillen Factoring bleibst Du Rechnungsabsender, beim offenen übernimmt der Factor die Kommunikation.
  • Der Factor behält 1 bis 3 Prozent der Rechnungssumme. Den Anteil in den Stundensatz einrechnen.

 


 

FAQ

Was ist Factoring?

Beim Factoring verkaufst du offene Forderungen an einen Spezialanbieter. Du bekommst die Rechnungssumme direkt aufs Firmenkonto, der Factor übernimmt das Mahnwesen und meist auch das Ausfallrisiko. Dafür behält er einen Teil der Summe ein.

Wann lohnt sich Factoring?

Immer dann, wenn du schnell mehr Liquidität brauchst oder finanzielle Engpässe drohen. Auch bei Großaufträgen mit schleppender Zahlung ist Factoring sinnvoll.

Was ist der Unterschied zwischen stillem und offenem Factoring?

Beim stillen Factoring bleibst du Absender der Rechnung, die Kundschaft merkt nichts vom Forderungsverkauf. Beim offenen Factoring wird der Verkauf offen kommuniziert.

Was ist der Unterschied zwischen echtem und unechtem Factoring?

Beim echten Factoring übernimmt der Factor das Ausfallrisiko komplett. Beim unechten Factoring bleibst du für den Ausfall verantwortlich. Echtes Factoring ist teurer, weil das Risiko abgedeckt wird.

Können alle Forderungen per Factoring verkauft werden?

Grundsätzlich ja. Allerdings lehnen viele Anbieter Forderungen mit Rückgaberechten oder VOB-Leistungen ab. Nur wenige Firmen finanzieren VOB-Abschlagsrechnungen vor, weil das Ausfallrisiko dort größer ist.

Was ist Factoring?

Lässt die Zahlungsmoral der Kundschaft zu wünschen übrig – vor allem bei Großaufträgen – können selbst vorher betriebswirtschaftlich gesunde Betriebe in finanzielle Schieflage geraten. Aus diesem Grund setzen viele Betriebe heute auf Spezialanbieter, die offene Forderungen für sie übernehmen. Dabei zahlt der Factoringanbieter dem Handwerksbetrieb einen Teil oder die volle Summe der Rechnung vorab aus.Blog_factoring

So funktioniert Factoring im Handwerk.

Für seine Dienste erhält der Factor einen Teil der Rechnungssumme. Diese Differenz ist der Gewinn des Factoring-Unternehmens und deckt auch dessen Risiko ab.

Vor- und Nachteile des Factorings für das Handwerk

Der größte Vorteil aus dem Factoring liegt darin, dass sich die offene Summe direkt auf dein Firmenkonto einzahlt. Mit diesen zusätzlichen Mitteln kannst du deine eigenen Rechnungen schneller begleichen. Möglicherweise kommst du dann in den Genuss von Skonto-Abzügen: Du sparst also Geld. Factoring schützt letztlich auch davor, einen vollständigen Zahlungsausfall verkraften zu müssen, falls eine Insolvenz bei den Auftraggebern auftritt.

Vergibst du viele Forderungen an das Factoring-Unternehmen, sparst du unter Umständen Zeit. Du musst dich nicht um die Überwachung von eingehenden Zahlungen kümmern und sparst dir die Arbeit mit dem Mahnwesen.

Zudem erhöhst du die Unabhängigkeit von Banken, weil du genau weißt, wann du das Geld von deinem Factoringanbieter erhältst.

Der große Nachteil des Factoring: Für ihre Leistungen fordern die Dienstleister einen Teil der offenen Forderung. Je nachdem, was vereinbart wird, erhältst du also nicht die volle Summe aus der Rechnung oder musst einen prozentualen Anteil aus der Rechnungssumme bezahlen.

Somit hat Factoring auch Einfluss auf die Kalkulation des Stundensatzes und sollte als Kostenblock berücksichtigt werden. Denn die Liquidität nutzt nichts, wenn sich ein Auftrag nicht mehr rentiert.

Factoring im Handwerk: Still oder offen?

Forderungsverkauf und Forderungsmanagement sind ein sehr individuelles Geschäftsmodell, entsprechend vielfältig sind die verschiedenen Angebote und darin enthaltenen Leistungen. Dennoch lassen sich Factoring-Dienstleistungen grob untergliedern. Dies beginnt bei der Kommunikation gegenüber der Kundschaft:

Stilles Factoring: Dies heißt so, weil du weiterhin als Absender(in) der Rechnung auftrittst und die Kommunikation mit der Kundschaft übernimmst. Der Forderungsverkauf ist für die Zahlungspflichtigen also nicht offensichtlich.

Offenes Factoring: Das offene Factoring gibt es in verschiedenen Spielarten. Das reicht von einem einfachen Hinweis auf der Rechnung auf einen abweichenden Kontoinhaber (namentlich der Factor) bis zu einer Rechnung mit Logo des Anbieters. Die Rechnung deines Handwerksbetriebs ist dann nur noch als Anlage dabei. Bei dieser Form kümmert sich der Factor dann auch oft um die unschönen Maßnahmen, wie Mahnbescheide ausstellen oder Inkassoleistungen beauftragen.

Beim Factoring werden stilles und offenes Factoring unterschieden.

Beim Factoring werden stilles und offenes Factoring unterschieden.

Viele Handwerkerinnen und Handwerker scheuen den Schritt zum offenen Factoring, weil sie sich hinsichtlich der Außenwirkung unsicher sind. Ihnen ist es wichtig, dass die Kundschaft auch bei der Rechnungsstellung nur mit ihnen zu tun hat.

Tatsächlich ist die Entscheidung für das offene Factoring nicht ganz einfach.  Langjährige Kundinnen und Kunden mag es überraschen oder sogar Spekulationen auslösen, was die Bonität des Betriebs betrifft. Wer sich dagegen gerade erst selbstständig gemacht hat, könnte gleich von Beginn auf offenes Factoring setzen und dies auch offen kommunizieren.

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Verschiedene Arten des Factoring

Ein weiterer Unterschied zwischen den Anbietern und deren Lösungen besteht in der Art und Weise, wie das Risiko getragen wird.

Echtes Factoring: In diesem Fall übernimmt der Factor das Ausfallrisiko der Zahlung komplett. Kommt die Zahlung nicht, wird er bis zum letzten Weg alle Rechtsmittel ausschöpfen, um an das Geld zu gelangen. Dafür behält das Unternehmen dann auch mehr von der Rechnungssumme ein. Eine Auszahlung an dein Handwerksunternehmen zwischen 80 und 90 Prozent der Rechnungssumme ist durchaus üblich.

Unechtes Factoring: Hier geht die Rechnung wieder an das Unternehmen zurück, falls es zu Problemen mit der Zahlung kommt.
Das unechte Factoring kann ein gutes Mittel sein, wenn du zwar nicht mit vielen Zahlungsausfällen zu kämpfen hast, aber der Kundschaft längere Zeiträume zum Bezahlen einräumen möchtest. Der Factor finanziert somit die Forderung vor.

VOB: Ein Sonderfall im Factoring

Etwas komplizierter wird das Factoring bei Leistungen, die nach der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) abzurechnen sind. Es liegt in der Natur der Sache, dass die Kundschaft hier zunächst nur Abschlagsrechnungen zahlt. Und am Ende vor der Abschlussrechnung erst noch die finale Abnahme der Leistungen erfolgen muss. Selbst bei größter Sorgfalt ist es nicht auszuschließen, dass hier von den Auftraggebern Mängel benannt werden.

Das ist aus Sicht von Factoring-Unternehmen allerdings ein Risiko. Deswegen gibt es nur wenige Firmen, die sich an dieses Thema herantrauen.

Den richtigen Factoring-Partner finden

Die Entscheidung für einen passenden Factoring-Partner sollte nicht vorschnell getroffen werden, gibt es doch eine Reihe von Kriterien zu prüfen:

  • Das Unternehmen muss überhaupt Leistungen für Handwerksunternehmen anbieten. Das ist längst nicht bei allen der Fall, da einige Factoring-Dienstleister das Geschäft mit vielen kleineren Rechnungen oder die Branche generell meiden.
  • Die Frage muss geklärt werden, ob auch VOB-Leistungen vorfinanziert werden können. Das ist natürlich nur dann von Bedeutung, wenn diese Abrechnungsformen häufig auftreten.
  • Wie steht es um die Seriosität des Factoringanbieters? Wie lang ist er schon am Markt? Gibt es online negative Kommentare zum Geschäftsverhalten?
  • Und natürlich spielen auch die Gebühren und die maximalen Finanzierungssummen eine Rolle. Denn am Ende soll sich die Weitergabe der Forderungen ja rechnen.

Keine Scheu vor Factoring

Der teilweise oder vollständige Forderungsverkauf kann aus Sicht eines Handwerksbetriebes ein sinnvolles Instrument für die Unternehmensführung sein. Schließlich sicherst du dir dadurch Liquidität. Vor der Entscheidung für einen Anbieter solltest du allerdings dessen Leistungen genau prüfen und kalkulieren.

Mit der Meisterwerk App die Finanzen besser im Griff!

Um die Höhe deiner Forderungen gegenüber der Kundschaft exakt zu ermitteln zu können, hilft dir die Meisterwerk App. Denn damit erstellst du Angebote und Rechnungen direkt aus dem Auftrag – ohne doppelte Eingaben. Alle Positionen werden automatisch übernommen und bei Bedarf im gesetzlich vorgeschriebenen E-Rechnungsformat versendet. Du behältst stets den Überblick über offene und bezahlte Rechnungen und kannst Zahlungseingänge einfach nachverfolgen.

 


Die Informationen in diesem Artikel stellen keine Rechtsberatung dar. Trotz sorgfältiger Recherche können wir für juristische Informationen keine Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität gewähren. Wenn Sie juristische Hilfe benötigen, kontaktieren Sie bitte einen Rechtsanwalt.